Wettersteiner Kunst

Österreichischer Blues-Musiker fasziniert Hersbrucker Publikum

 

HERSBRUCK (dz) - Musik der Extraklasse: „Wetterstein Blues Art" in der Hersbrucker Hemingway's Bar. Die Österreicher Hary Wetterstein und Ralf Otto überzeugten mit deutschem, englischen und Wiener Blues.

„Schön familiär!" fand Hary Wetterstein sein anfangs eher spärliches Publikum. Nur am linken Knöchel hatte er ein Band mit Schellen, sonstige Percussion oder gar Schlagzeug konnte er sich mit gutem Gewissen sparen. Die Gitarren in der Kiste neben ihm waren schon auf den ersten Blick nicht als gewöhnliche E-Gitarren erkennbar. Kein Wunder, denn der Osterreicher baut seine Instrumente selbst.

Spezielles Schmankerl auf seiner Frühlingstour 2003: Ralf Otto am Akkordeon. Die Symbiose aus dem Spiel und dem Können der beiden bildete eine explosive Mischung.

Lange Intros mit dem stetigen Bass des Akkordeons und sphärische Melodien aus demselben trafen auf das geniale Spiel von Hary Wetterstein. Mal ganz im urtypischen Blues-Schema, mal erinnerte der Klang seiner Gitarre an eine Sithar. „Die totale Reizüberflutung!" meinte ein weiblicher Gast.

Auf englisch und auf deutsch erzählten die beiden „G'schichtln, G'schichtln" von Hektik und Stress. Harte und kritische Texte regten zum Nachdenken an. Der Hunds-Blues, „a Liadl über die ganz klana ScheiBerl" ließ die Gäste schmunzeln.

Die beiden spielten voller Power, unberechenbar, was als Nächstes kommt. Dem Akkordeon, einem eher ungewöhnlichen Blues-Instrument wurden ungeahnte Klänge und Stimmungen entlockt.

Das Schifferklavier spuckte große Blues-Töne und Soli, Wetterstein stellte hin und wieder die Gitarre weg und holte die Mundharmonika aus der Tasche. Spätestens nach „Johnny B. Goode" hielt es viele aus dem mittlerweile zahlreichen Publikum nicht mehr auf den Plätzen, Rock'n'Roll pur erfüllte den Raum. Nur schade, dass sich der selbsternannte Schlagzeuger aus dem Publikum auch durch gutes Zureden nicht abwimmeln ließ.

Trotzdem: wieder mal ein hochkarätiges Ereignis in der Hersbrucker Hemingway's Bar.